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Rotenburg a. d. Fulda

Es geht nicht darum, unserem Leben Jahre, sondern unseren Jahren Leben hinzuzufügen.

Friedrich von Bodelschwingh

Lesen Sie eine Rede von

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt
zum 10jährigen Bestehen des
Hospizvereins Rotenburg,
Samstag, 02. Februar 2008, 10.00 Uhr,
Kreiskrankenhaus Rotenburg

 

 

V.i.S.d.P.: Michael Adam, Büro des Landrats, Tel.: 06621 / 87-448,
Fax: 06621 / 87-57448, e-Mail: michael.adam@hef-rof.de, Internet: http://www.hef-rof.de

 

 

Anrede,

10 Jahre Hospizverein Rotenburg an der Fulda , das sind 10 Jahre Mitmenschlichkeit und Zuwendung, Mitfühlen und Mitleiden.

Sie, die Mitglieder des regionalen Hospizvereins hier in Rotenburg, widmen sich einer der schwersten ehrenamtlichen Aufgaben. Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten, heißt, ihr Leid mitzutragen und auszuhalten. Diese Aufgabe übernehmen Sie Tag für Tag in vorbildlicher Weise! Mit Ihrem Wirken erleichtern Sie vielen Kranken und Sterbenden - aber auch deren Angehörigen und Freunden - schwere Stunden und ermöglichen ein Abschiednehmen in vertrauter Umgebung.

Nicht alle Menschen sind bereit, sich mit dem Thema Sterben auseinander zu setzen. Ein Grund dafür ist, dass Sterben und Tod in unserer Gesellschaft vielfach ausgeklammert sind, obwohl beides doch unmittelbar zum Leben dazugehört. Aber das will heutzutage niemand hören oder wahrnehmen. Schon gar nicht, wenn der Abschied auf dem Lebensweg mit Leid, Not und Schmerz verknüpft ist.

Und nicht zu vergessen jene Menschen, die ohne Angehörige sind. Die alle Verwandten und Freunde überlebt haben und alleine stehen, oder jene, die einfach abgeschoben wurden und um die sich niemand mehr richtig kümmert.

Allen diesen Menschen in ihren letzten Lebenstagen eine Hand zu reichen und sie friedlich gehen zu lassen - dieser anspruchsvollen Aufgabe widmen Sie sich. Ihr Handeln ist davon bestimmt, den Menschen bis zu ihrem letzten Atemzug ihre Würde zu lassen. Und dafür bekunden wir Ihnen unser aller Respekt!

 

Verehrte Gäste,

wer je Einblick in die Arbeit der Mitglieder der Hospizvereine gewonnen hat, der weiß, wie hilfreich und wirkungsvoll sie ist. Die Arbeit der Hospize ist ein klares Gegengewicht zur sogenannten kalten Apparatemedizin, die oftmals dann hilflos wird, wenn keine Therapie mehr anschlägt. Genau hier setzt die Hospizbewegung an, die das Sterben in den Alltag zurückholt und Todkranken und Sterbenden rund um die Uhr menschliche Nähe und Lebensqualität ermöglicht. Sie arbeiten dabei Hand in Hand mit der Palliativmedizin und der Palliativpflege und verknüpfen diese mit Wärme, Zuneigung, Hinwendung und Mitmenschlichkeit.

Trotz der Tatsache, dass viele Menschen zu Hause sterben wollen, können sie sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie dies geschehen soll und wie die Betroffenen ihre letzten Wochen, Tage und Stunden verbringen wollen. Das Sterben ist sicherlich nicht normierbar. Auch können wir den Tod natürlich nicht verhindern. Aber wir können dem Sterben und dem Tod einen Teil seines Schreckens nehmen, indem wir die Verbesserung der palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Versorgung aber ganz besonders die Hospizbewegung als solche nachdrücklich unterstützen.

 

Verehrte Gäste,

dass der Hospizverein Rotenburg heute sein 10-jähriges Jubiläum feiern kann, ist vor allem Ihr Verdienst, verehrte Oberin i.R. Freistedt. Ihr Verdienst und der Ihrer Mitstreiterinnen und Mitstreiter. 46 waren es, die vor zehn Jahren den Hospizverein gründeten - und bis heute hat er Bestand und wirkt. 150 Mitglieder hat der Verein, wie Frau Oberin Freistedt sagte - das sind 150 Menschen, die helfen und sich sorgen.

Ich verbinde deshalb meine Glückwünsche zu Ihrem Jubiläum mit einem ganz herzlichen Dankeschön für Ihre großartige humanitäre Leistung. Mit dem Dank verbinde ich die Hoffnung, dass es immer wieder freiwillige Helferinnen und Helfer geben wird, die bereit sind, diese keinesfalls leichte Arbeit zu leisten, Menschen auf ihren allerletzten Metern des Lebenswegen zu begleiten und sie zu verabschieden. Es ist bewundernswert und verdient neben Dank auch Respekt und Anerkennung.

Herzlichen Dank und alles Gute.

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